Nehmen Sie an unseren 155000 IMP Followern teil

eisenbahn-international.com

Alstoms 50 Meter langer Urbanliner nimmt den Fahrgastbetrieb in Berlin auf

Die neue extra lange Straßenbahn erhöht die Fahrgastkapazität und verbessert die Barrierefreiheit auf Berlins meistfrequentierter Straßenbahnlinie.

  www.alstom.com
Alstoms 50 Meter langer Urbanliner nimmt den Fahrgastbetrieb in Berlin auf

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und Alstom haben den kommerziellen Einsatz der 50 Meter langen Urbanliner-Straßenbahn auf der stark frequentierten Linie M4 aufgenommen. Mit dieser Einführung steht eine Hochkapazitätslösung für den städtischen Nahverkehr zur Verfügung, die den steigenden Fahrgastzahlen durch verlängerte Fahrzeuge mit modernen Fahrerassistenzsystemen und erweiterten Barrierefreiheitsfunktionen begegnet.

Infrastrukturanpassungen und schrittweise Einführung
Am 15. Juli 2026 nahm das erste 50-Meter-Fahrzeug nach Abschluss der Feldtests und der technischen Zulassungen offiziell den regulären Fahrgastbetrieb auf der Linie M4 auf. Im Vorfeld waren im Bereich Alexanderplatz bauliche Anpassungen erforderlich. Ingenieure installierten zwei zusätzliche Tragkonstruktionen im Tunnelabschnitt, um die höheren statischen Lasten des längeren und schwereren Fahrzeugs aufnehmen zu können. Nach aktuellem Zeitplan soll die Flotte bis Ende des Jahres auf rund 15 Fahrzeuge anwachsen und sich bis 2028 etwa verdoppeln. Die Auslieferung der verbleibenden Fahrzeuge aus dem Auftrag über insgesamt 65 Urbanliner soll bis 2030 abgeschlossen sein. Damit werden schrittweise die älteren GT6-Straßenbahnen ersetzt, die bislang als gekuppelte Doppeltraktionen auf diesem Streckenabschnitt eingesetzt wurden.

Barrierefreiheit und Fahrgastkomfort
Durch das verlängerte Fahrzeugkonzept erhöht sich die Kapazität auf mehr als 300 Fahrgäste pro Straßenbahn, während gleichzeitig strukturelle Schwingungen reduziert werden, um den Fahrkomfort zu verbessern. Die Innenraumgestaltung berücksichtigt umfangreiche Anforderungen an die Barrierefreiheit. Vorgesehen sind Mehrzweckbereiche für Rollstühle und Rollatoren. Speziell angeordnete Komfortsitze mit einer Sitzhöhe von 51 Zentimetern erleichtern Menschen mit eingeschränkter Mobilität das Ein- und Aussteigen. Zusätzlich stehen besonders niedrige Sitze mit einer Höhe von 40 Zentimetern für Kinder und klein gewachsene Fahrgäste zur Verfügung. Für blinde und sehbehinderte Menschen sind die Haltegriffe an den Türen mit einer tastbaren Golfballstruktur versehen. Ein integrierter Spaltüberbrückungsmechanismus ermöglicht zudem einen barrierefreien Einstieg an Haltestellen mit Linksbahnsteigen. Das Innenbeleuchtungssystem passt die Farbtemperatur automatisch zwischen kühlem und warmweißem Licht an die Umgebungshelligkeit und die Jahreszeit an.

Digitale Betriebssysteme und Sicherheitsfunktionen
Der Urbanliner verzichtet auf herkömmliche Außenspiegel und setzt stattdessen auf ein integriertes digitales Kamerasystem. Dieses liefert den Fahrerinnen und Fahrern unter unterschiedlichen Betriebsbedingungen ein umfassendes Sichtfeld nach hinten und eliminiert physische tote Winkel. Ergänzt wird das Kamerasystem durch ein nach vorne gerichtetes Fahrerassistenzsystem, das Hindernisse im Fahrweg erkennt und rechtzeitig Warnungen ausgibt. Aufgrund der zunehmenden Verbreitung digitaler Ticketlösungen verfügen die Fahrzeuge nicht mehr über mobile Fahrscheinautomaten an Bord. Als Ausgleich hat die BVG das stationäre Ticketnetz entlang der Linie M4 um rund 70 Prozent erweitert, um auch Fahrgäste ohne digitale Ticketlösungen weiterhin zu unterstützen.

Zusätzlicher Kontext:
Dieser Abschnitt enthält technische Spezifikationen und Wettbewerbsvergleiche, die in der ursprünglichen Produktankündigung nicht enthalten waren

Mit dem Einsatz von 50 Meter langen Straßenbahnen gehört das BVG-Netz zu einer kleinen Gruppe europäischer Verkehrsbetriebe, die besonders lange Stadtbahnen einsetzen. Standard-Straßenbahnen im Stadtverkehr sind in der Regel zwischen 30 und 40 Meter lang. Fahrzeuge mit einer Länge von mehr als 45 Metern, wie beispielsweise die Plattform CAF Urbos 3 oder die Siemens-Avenio-Modelle, wurden speziell für stark frequentierte innerstädtische Korridore entwickelt, in denen eine höhere Beförderungskapazität erforderlich ist, ohne auf schwere Schienenverkehrssysteme umzusteigen. Mit einer Länge von 50 Metern konkurriert der Urbanliner direkt in diesem Hochkapazitätssegment und erreicht ebenfalls eine Fahrgastkapazität von mehr als 300 Personen. Darüber hinaus entsprechen die digitalen Kamerasysteme als Spiegelersatz sowie die integrierte Hinderniserkennung den aktuellen Sicherheitsstandards moderner europäischer Stadtbahnsysteme und verdeutlichen den Wandel von passiven Sicherheitskonzepten hin zu aktiven, sensorbasierten Unfallvermeidungssystemen.

Bearbeitet von Natania Lyngdoh, Induportals-Redakteurin, mit Unterstützung von KI.

www.alstom.com

  Fordern Sie weitere Informationen an…

LinkedIn
Pinterest

Nehmen Sie an unseren 155000 IMP Followern teil