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OBB bestätigt Betriebsstart des Semmering-Basistunnels für 2029
Das alpine Schieneninfrastrukturprojekt von OBB erhöht die Kapazität für Güter- und Personenverkehr auf Österreichs Südkorridor durch ein zweiröhriges Basistunnelsystem.
www.oebb.at

Der Semmering-Basistunnel hat einen neuen Projektmeilenstein erreicht: Erstmals wurde eine offizielle Durchfahrt über die gesamte Strecke zwischen Gloggnitz in Niederösterreich und Mürzzuschlag in der Steiermark abgeschlossen. Für Bahningenieure, Güterverkehrsbetreiber und Verkehrsplaner ist dieser Meilenstein relevant, da er den Übergang von der baulichen Tunnelerrichtung zur Systemintegration vor der geplanten Inbetriebnahme Ende 2029 bestätigt.
Modernisierung der Kapazität im südlichen Bahnkorridor
Die offizielle Delegation unter der Leitung des österreichischen Mobilitätsministers Peter Hanke und OBB-CEO Andreas Matthä durchquerte die gesamte Tunneltrasse mit einem Minibus statt auf der Schiene und absolvierte damit die erste vollständige offizielle Durchfahrt durch das Infrastrukturprojekt. Auch Nationalratspräsidentin Doris Bures sowie Verkehrssprecher der Parlamentsparteien nahmen daran teil.
Der Zeitplan für die Inbetriebnahme steht fest: Nach rund 15 Jahren Bauzeit sollen Ende 2029 die ersten Züge den Tunnel befahren. Nach Angaben der OBB-Infrastruktur ist der Semmering-Basistunnel rund 27,3 Kilometer lang und besteht aus zwei eingleisigen Röhren, womit er zu den größeren Eisenbahntunnelprojekten Europas zählt.
Der Tunnel ist Teil der Modernisierungsstrategie für Österreichs Südbahn und zielt sowohl auf eine Verbesserung des Personenverkehrs als auch auf eine höhere Güterverkehrskapazität ab. Sein zentraler technischer Zweck besteht darin, die langsamere Gebirgsquerung über den Semmeringpass durch eine flachere Basistunnelstrecke zu ersetzen und damit betriebliche Einschränkungen steiler alpiner Streckenführungen zu reduzieren.
Nach Angaben der OBB soll sich die Fahrzeit zwischen Wien und Graz künftig auf etwa 1 Stunde und 50 Minuten verkürzen, wodurch die Wettbewerbsfähigkeit des Schienenfernverkehrs gegenüber dem Straßenverkehr steigen dürfte.
Übergang vom Tunnelbau zur Installation bahntechnischer Systeme
Der finale Tunneldurchschlag wurde Ende 2024 abgeschlossen und markierte das Ende der unterirdischen Vortriebsphase. Der Schwerpunkt der Bauarbeiten liegt inzwischen auf dem Tunnelausbau, einschließlich der Fertigstellung der Betoninnenschale im Abschnitt Gloggnitz sowie Abschlussarbeiten im Schachtbereich der Nothaltestelle Fröschnitzgraben.
Seit Sommer 2025 konzentrieren sich die Ingenieurarbeiten auf die Installation technischer Systeme in beiden Tunnelröhren. Dazu gehören die permanente Gleisinfrastruktur, Versorgungsnetze, betriebliche Unterstützungssysteme sowie die für den kommerziellen Bahnbetrieb erforderlichen Steuerungs- und Sicherungssysteme.
Aufgrund des Umfangs der technischen Ausrüstung geht die OBB davon aus, dass diese Systemintegrationsphase mehr als drei Jahre in Anspruch nehmen wird, bevor die betriebliche Zulassung und die Aufnahme des Personenverkehrs erfolgen können.
Schienengüterverkehr und klimabezogene Verkehrsinfrastruktur
Die Bedeutung des Tunnels geht über kürzere Reisezeiten im Personenverkehr hinaus. Basistunnel reduzieren im Vergleich zu historischen Gebirgsstrecken Steigungen und Kurvenradien, was die Effizienz im Güterverkehr durch besser kalkulierbaren Energieverbrauch, höhere Zuglasten und eine stabilere Fahrplanzuverlässigkeit verbessern kann.
Für Güterlogistikbetreiber ist dies relevant, da alpine Verkehrskorridore weiterhin zentrale Knotenpunkte im europäischen Schienengüterverkehr darstellen. Infrastruktur, die Engpässe reduziert, kann die Wettbewerbsfähigkeit intermodaler Transportketten gegenüber dem Straßengüterverkehr erhöhen.
Die österreichische Bundesregierung positioniert das Projekt als klimabezogene Verkehrsinvestition zur Unterstützung einer Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene. Die tatsächliche langfristige Wirkung wird jedoch von Faktoren wie Fahrplangestaltung, Trassenvergabe im Güterverkehr und nachgelagerten Netzkapazitäten abhängen.
Infrastruktursteuerung und politische Projektentwicklung
Doris Bures verwies darauf, dass dem Projekt frühere politische Meinungsverschiedenheiten zwischen den betroffenen Bundesländern vorausgingen, bevor ein politischer Konsens die Umsetzung ermöglichte.
Große Verkehrsinfrastrukturprojekte dieser Art erfordern in der Regel lange Entwicklungszeiträume aufgrund komplexer Umweltgenehmigungen, geotechnischer Herausforderungen, Finanzierungsabstimmungen und der betrieblichen Integration in bestehende aktive Schienennetze.
In diesem Zusammenhang ist der Semmering-Basistunnel nicht nur ein Ingenieurbauprojekt, sondern auch eine strukturelle Neuausrichtung des österreichischen Bahnbetriebsnetzes.
Bearbeitet von Aishwarya Mambet, Induportals-Redakteurin, mit Unterstützung von KI.
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