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Digitale Stellwerkstechnik im bayerischen Korridor

Hitachi Rail und DB InfraGO modernisieren die Leit- und Sicherungstechnik zwischen Nördlingen und Augsburg zur Einführung digitaler Stellwerke und ETCS Level 2.

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Digitale Stellwerkstechnik im bayerischen Korridor

Hitachi Rail und DB InfraGO setzen ein Modernisierungsprojekt für die Stellwerkstechnik im Abschnitt Nördlingen–Donauwörth–Augsburg um. Ziel ist die Einführung digitaler Stellwerke und des europäischen Zugbeeinflussungssystems ETCS Level 2 zur Verbesserung von Betriebsführung und Infrastrukturleistung.

Kontext der Zusammenarbeit
DB InfraGO beauftragte Hitachi Rail im Rahmen eines Volumenvertrags für digitale Leit- und Sicherungstechnik mit der Umsetzung des Projekts. Hintergrund ist die Ablösung veralteter mechanischer und relaisbasierter Stellwerke aus den 1950er- und 1970er-Jahren, die hinsichtlich Verfügbarkeit, Wartungsaufwand und Betriebsflexibilität an ihre Grenzen stoßen.

Der Streckenabschnitt ist Teil des Skandinavien–Mittelmeer-Korridors (ScanMed), einer zentralen europäischen Verkehrsachse. Aufgrund der hohen verkehrlichen Bedeutung erfordert die Modernisierung eine standardisierte, interoperable Systemarchitektur sowie eine enge Abstimmung zwischen Infrastrukturbetreiber und Systemintegrator.

Technische Lösung und Verantwortlichkeiten
Hitachi Rail übernimmt als Generalunternehmer Planung, Engineering, Installation und Systemintegration. Die technische Lösung basiert auf digitalen Stellwerken sowie der Vorbereitung und Implementierung von ETCS Level 2.

Die Systemarchitektur umfasst:
  • Ein zentrales digitales Stellwerk im neuen Digitalen Technikzentrum (DTZ) Augsburg
  • Kontinuierliche Zugüberwachung über ETCS Level 2 mittels funkbasierter Kommunikation
  • Integration in bestehende Betriebsleitsysteme
  • Modernisierung von Feldelementen wie Signalen, Gleisfreimeldeanlagen und Schnittstellen
Das Stellwerk Meitingen-Mertingen wird gezielt für den Einsatz von ETCS vorbereitet, wodurch eine signalunabhängige Zugsteuerung ermöglicht wird. Die digitale Architektur verbessert Redundanz, Diagnosefähigkeit und Wartbarkeit.

Umsetzung und Integration
Die Umsetzung erfolgt abschnittsweise entlang der Strecke, um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten. Zentrale Maßnahmen umfassen:
  • Aufbau einer zentralen Steuerungseinheit in Augsburg
  • Migration von dezentralen Altstellwerken zu einer zentralisierten digitalen Steuerung
  • Integration in bestehende Infrastruktur und Betriebsprozesse
Hitachi Rail koordiniert die gewerkeübergreifende Umsetzung (Signaltechnik, Kommunikation, Systemintegration), während DB InfraGO die infrastrukturelle Einbindung und betriebliche Anforderungen sicherstellt.

Anwendungen und Einsatzbereiche
Das System unterstützt sowohl regionalen als auch transeuropäischen Schienenverkehr. Typische Anwendungsfälle sind:
  • Echtzeit-Verkehrssteuerung
  • Kapazitätserhöhung durch reduzierte Zugfolgezeiten
  • Zustandsbasierte Instandhaltung durch verbesserte Diagnosedaten
Die Maßnahme ist Teil der Entwicklung einer durchgehend digitalen Infrastruktur im Schienenverkehr.

Ergebnisse und erwartete Auswirkungen
Durch den Ersatz veralteter Stellwerkstechnik werden störungsbedingte Ausfälle reduziert und die Betriebsstabilität erhöht. ETCS Level 2 ermöglicht eine kontinuierliche Geschwindigkeitsüberwachung und optimierte Zugabstände, wodurch die Streckenkapazität ohne zusätzliche Gleise gesteigert werden kann.

Zentralisierte Steuerung und standardisierte Schnittstellen führen zu effizienteren Wartungsprozessen und geringeren Lebenszykluskosten. Insgesamt verbessert das Projekt Zuverlässigkeit, Interoperabilität und Skalierbarkeit im europäischen Bahnnetz.

Bearbeitet von der Industriejournalistin Sucithra Mani mit Unterstützung von KI.

www.hitachirail.com

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