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Neue Triebwagen für die Strecke Rorschach–Heiden
Appenzell Bahnen erneuern ihre Fahrzeugflotte mit zwei modernen Adhäsions- und Zahnradtriebwagen von Stadler und schaffen die Grundlage für barrierefreien, energieeffizienten und perspektivisch automatisierten Betrieb.
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Ab Ende 2028 setzen die Appenzell Bahnen auf der Linie Rorschach–Heiden zwei neue, 21 Meter lange Adhäsions- und Zahnradtriebwagen ein, die ein reguläres Fahrzeug aus dem Jahr 1998 sowie zwei deutlich ältere Reservefahrzeuge ersetzen.
Flottenerneuerung mit betrieblichen Vorteilen
Mit der Beschaffung von zwei identischen Triebwagen verfolgen die Appenzell Bahnen ein flexibles Betriebskonzept. Bei hohem Fahrgastaufkommen können die Fahrzeuge in Doppeltraktion eingesetzt werden und so zusätzliche Kapazitäten bereitstellen. Gleichzeitig ermöglichen das geringere Fahrzeuggewicht und der Einsatz aktueller Technologien eine Senkung der Energie- und Unterhaltskosten im Vergleich zur bestehenden Flotte.
Komfort, Barrierefreiheit und neues Angebotskonzept
Die neuen Fahrzeuge von Stadler erfüllen sämtliche Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG). Sie verfügen über einen durchgängigen Niederflureinstieg, großzügige Mehrzweckbereiche für Velos und Kinderwagen, zwei ausgewiesene Rollstuhlplätze sowie eine Klimatisierung. Ergänzt wird das Ausstattungsniveau durch Infotainment-Systeme und Ladesteckdosen für mobile Endgeräte.
Eine wesentliche Neuerung ist die Wiedereinführung der 1. Klasse auf der Strecke Rorschach–Heiden. Diese ist an Zugspitze und Zugende angeordnet und bietet eine besondere Aussicht auf die Strecke und den Bodensee. Zusätzlich ist die 1. Klasse mit dem Führerstand kombiniert, sodass Fahrgäste direkt neben dem Lokführer sitzen und den Betrieb aus nächster Nähe erleben können. Damit entsteht ein Reiseerlebnis, das über den klassischen Regionalverkehr hinausgeht.
Vorbereitung für zukünftige Betriebsmodelle
Der saisonale Sommerverkehr mit offenen Aussichtswagen bleibt auch mit den neuen Triebwagen erhalten. Darüber hinaus setzen die Appenzell Bahnen mit der Neubeschaffung einen strategischen Meilenstein für künftige Betriebsformen. Die Fahrzeuge sind technisch bereits für einen späteren vollautomatisierten Betrieb nach GoA4-Standard vorbereitet. Die Einführung eines solchen Betriebsmodells wird derzeit ab etwa 2035 geprüft.
Ersatz überalterter Fahrzeuge
Die beiden bisherigen Reservefahrzeuge aus den Baujahren 1953 und 1967 haben ihre technische Lebensdauer erreicht. Ihre Betriebsbewilligung durch das Bundesamt für Verkehr läuft Ende 2028 aus. Eine technische Nachrüstung dieser Fahrzeuge ist nicht möglich; auch beim heutigen Regelfahrzeug von 1998 wäre eine Anpassung nur mit unverhältnismäßig hohen Kosten realisierbar. Zudem erfüllen die bestehenden Fahrzeuge nicht die Anforderungen des BehiG.
Vor diesem Hintergrund haben die Appenzell Bahnen gemeinsam mit den Kantonen St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden sowie dem Bund die Beschaffung neuer Fahrzeuge beschlossen. Das Investitionsvolumen beträgt 17,5 Millionen Schweizer Franken.
Einordnung
Die Flottenerneuerung fällt in ein besonderes Jahr für die Strecke Rorschach–Heiden, die 1875 eröffnet wurde und ihr 150-jähriges Bestehen feiert. Mit den neuen Triebwagen verbinden die Appenzell Bahnen den Ersatz überalterter Fahrzeuge mit einer qualitativen Weiterentwicklung des Angebots und schaffen zugleich die Grundlage für einen langfristig nachhaltigen und technologisch zukunftsfähigen Bahnbetrieb.
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