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Digitale Schieneninfrastruktur und ETCS bei Korridorsanierungen
Das Bundesministerium für Verkehr und die DB InfraGO strukturieren die Korridorsanierungen zur Implementierung der ETCS-Zugsteuerung und Stabilisierung der Schieneninfrastruktur um.
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Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) und die DB InfraGO haben einen neuen 5-Punkte-Plan zur Weiterentwicklung der Korridorsanierungen im deutschen Schienennetz verabschiedet. Die technische und operative Kooperation zielt auf die Stabilisierung der Bau- und Fahrplanung durch die gezielte Bündelung von Kapazitäten und die flächendeckende Integration digitaler Leit- und Sicherungstechnik ab.
Kapazitätssteuerung und Bauplanung
Um die knappen Verkehrskapazitäten auf dem deutschen Schienennetz zu entlasten, wird das Sanierungsvolumen im Zeitraum von 2027 bis 2031 von ursprünglich 21 auf 13 Korridore reduziert. Die DB InfraGO intensiviert die Bereitstellung von Umleiterstrecken und stimmt den Bauablauf systematisch mit dem übrigen Netzbaugeschehen ab. Diese Priorisierung verschiebt Maßnahmen mit geringerem systemischem Nutzen, um die verbleibenden Bauvolumina innerhalb der geplanten Zeit- und Kostenrahmen abzuschließen und die verfügbaren Ressourcen der Bauindustrie effizienter auszulasten.
Standardisierung der ETCS-Zugsteuerung
Die technologische Modernisierung umfasst die verpflichtende Vorbereitung und den Einbau des European Train Control System (ETCS). Ab Anfang der 2030er-Jahre wird bei jeder Korridorsanierung standardmäßig ETCS Level 2 ohne Signale verbaut. In der aktuellen Übergangsphase implementiert die DB InfraGO ETCS-fähige Stellwerke, angepasste Signalstandorte und moderne Achszähltechnik, um die spätere Umrüstung hardwareseitig vorzubereiten. Auf Streckenabschnitten wie Troisdorf-Wiesbaden und Rosenheim-Salzburg wird zunächst die Übergangstechnologie ETCS Level 2 mit Signalen installiert.
Drei-Phasen-Modell und schrittweise Inbetriebnahme
Zur betrieblichen Risikominimierung während der Bauphase führt die DB InfraGO ein Drei-Phasen-Modell bestehend aus Vor-, Haupt- und Nachlaufphase ein. Komplexe Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik, die keine umfassenden betrieblichen Sperrungen erfordern, werden zeitlich vor- oder nachgelagert. Die Wiederaufnahme des regulären Zugverkehrs erfolgt nach Bauabschluss schrittweise, beginnend mit Belastungsfahrten durch Güterzüge, bevor der Personenverkehr zugelassen wird. Ein dediziertes Inbetriebnahme-Team steuert den Übergang in den Regelbetrieb und bearbeitet temporäre Mängel direkt in den ersten Betriebszyklen.

Operative Auswirkungen und Pünktlichkeit
Die infrastrukturellen Anpassungen zielen auf eine messbare Reduzierung baubedingter Störungen ab. Nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen sollen die infrastrukturbedingten Störungen spätestens 100 Tage nach der Inbetriebnahme um 80 Prozent sinken. Referenzdaten der abgeschlossenen Sanierung auf der Strecke Nürnberg-Regensburg belegen bereits einen Rückgang der infrastrukturbedingten Störungen um über 90 Prozent. Das Konzept beinhaltet die Vorgabe, die modernisierten Strecken im Anschluss für bis zu zehn Jahre weitgehend frei von größeren baubedingten Einschränkungen zu halten.
Bearbeitet von Maria Brueva, Induportals-Redakteurin – angepasst durch KI.
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