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Vectron-Zulassung für Hochgeschwindigkeits-Personenverkehr
Siemens Mobility erhält von der Europäischen Eisenbahnagentur die Genehmigung für den Einsatz der Vectron-Lokomotive im Personenverkehr bis 230 km/h in mehreren europäischen Ländern.
www.siemens.com

Die Vectron-Lokomotive von Siemens Mobility ist von der Europäische Eisenbahnagentur (ERA) für den Personenverkehr mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 230 km/h zugelassen worden. Die Freigabe markiert einen technischen Meilenstein für moderne Mehrsystemlokomotiven im europäischen Bahnverkehr.
Zulassung für mehrere europäische Netze
Die ERA-Zulassung gilt für den Betrieb in Deutschland, Österreich, Tschechien, der Slowakei, Polen und Ungarn. Eine Erweiterung auf Dänemark befindet sich in Vorbereitung und soll zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Mit dieser Genehmigung ist der Vectron die erste moderne Lokomotive, die offiziell für den grenzüberschreitenden Personenverkehr in diesem Geschwindigkeitsbereich freigegeben wurde.
Der erste Betreiber, der von der Zulassung profitiert, ist das tschechische Eisenbahnunternehmen České dráhy (ČD). Das Unternehmen hatte Anfang 2022 insgesamt 50 Vectron-MS-Mehrsystemlokomotiven bestellt. Die Auslieferung der Fahrzeuge läuft bereits, der kommerzielle Einsatz ist ab dem 1. Januar 2026 geplant.
Technische Voraussetzungen für den Hochgeschwindigkeitsbetrieb
Die zugelassenen Lokomotiven sind mit dem European Train Control System (ETCS) in der Version Baseline 3.6 ausgerüstet. Zum Einsatz kommt dabei eine ETCS-On-Board-Unit aus der Trainguard-200-Familie. Ergänzend verfügen die Fahrzeuge über die jeweils erforderlichen nationalen Zugsicherungssysteme, um den Betrieb in allen zugelassenen Ländern zu ermöglichen.
Diese Kombination aus harmonisiertem europäischem Zugsicherungssystem und länderspezifischen Sicherungstechniken ist eine zentrale Voraussetzung für den grenzüberschreitenden Hochgeschwindigkeitsverkehr mit Lokomotiven.
Modularer Plattformansatz als Grundlage der Erweiterung
Die Erhöhung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 230 km/h basiert auf dem modularen Plattformkonzept des Vectron. Dadurch konnte der Geschwindigkeitsbereich mit vergleichsweise geringem technischem Aufwand erweitert werden. Die maßgebliche konstruktive Änderung betrifft die Anpassung der Getriebeübersetzung, während wesentliche Systemkomponenten der Plattform unverändert genutzt werden.
Dieser Ansatz ermöglicht es, unterschiedliche Einsatzprofile – von Güter- bis Personenverkehr – auf einer gemeinsamen technischen Basis abzudecken und vereinfacht Zulassungs- und Anpassungsprozesse für verschiedene Märkte.
Bedeutung für den europäischen Personenverkehr
Mit der ERA-Zulassung erweitert sich der Einsatzbereich der Vectron-Lokomotive im Personenverkehr deutlich. Für Betreiber ergeben sich neue Möglichkeiten, lokbespannte Hochgeschwindigkeitsverkehre über Ländergrenzen hinweg effizient zu realisieren. Gleichzeitig zeigt die Zulassung, wie modulare Fahrzeugplattformen und standardisierte Zugsicherungssysteme die technische Harmonisierung des europäischen Schienenverkehrs unterstützen.
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