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Koralmbahn verbindet Österreichs Süden neu

Mit der Koralmbahn realisieren die ÖBB ein zentrales Infrastrukturprojekt, das Graz und Klagenfurt in 41 Minuten verbindet und den europäischen Bahnverkehr stärkt.

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Koralmbahn verbindet Österreichs Süden neu

Ausgangslage: Kapazitätsgrenzen und lange Reisezeiten
Der Süden Österreichs war über Jahrzehnte durch vergleichsweise lange Reisezeiten und begrenzte Schienenkapazitäten zwischen der Steiermark und Kärnten geprägt. Die bestehende Verkehrsinfrastruktur entsprach zunehmend nicht mehr den Anforderungen moderner Mobilität, wirtschaftlicher Vernetzung und klimafreundlicher Verkehrsverlagerung.

Ziel war es, eine leistungsfähige Bahnverbindung zu schaffen, die Reisezeiten deutlich reduziert, zusätzliche Kapazitäten für den Personen- und Güterverkehr bietet und zugleich Teil eines internationalen Hochleistungsnetzes wird. Neben nationalen Anforderungen spielten auch europäische Verkehrsströme entlang des Baltisch-Adriatischen Korridors eine zentrale Rolle.

Die technische Lösung: Neubau einer Hochleistungsstrecke
Mit der Koralmbahn wurde eine 130 Kilometer lange Neubaustrecke realisiert – die größte ihrer Art in Österreich seit über 100 Jahren. Herzstück des Projekts ist der 33 Kilometer lange Koralmtunnel, einer der längsten Eisenbahntunnel weltweit. Insgesamt umfasst die Strecke zwölf Tunnel mit rund 50 Kilometern Länge sowie über 100 Brücken.

Die Bahn ist für Betriebsgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h ausgelegt und vollständig mit dem European Train Control System (ETCS) ausgestattet. Dieses digitale Zugsicherungssystem ermöglicht die kontinuierliche Überwachung und Steuerung des Zugverkehrs und erhöht sowohl Kapazität als auch Betriebssicherheit.

Warum diese Lösung gewählt wurde
Der vollständige Neubau erlaubte eine konsequente Auslegung auf hohe Geschwindigkeiten, geringe Steigungen und moderne Sicherheitsstandards. Alternative Ausbauszenarien bestehender Strecken hätten die angestrebten Fahrzeitverkürzungen und Kapazitätsgewinne nicht in vergleichbarem Maß ermöglicht.

Die Integration in das transeuropäische Verkehrsnetz (TEN-T) war ein weiteres entscheidendes Kriterium. Als Teil des Baltisch-Adriatischen Korridors verbindet die Koralmbahn Nord- und Südeuropa und schafft eine direkte, leistungsfähige Achse zwischen wichtigen Wirtschafts- und Hafenregionen.

Umsetzung über fast drei Jahrzehnte
Von der Vision bis zur Inbetriebnahme vergingen rund 27 Jahre. Die Realisierung erforderte komplexe geologische, logistische und technische Lösungen, insbesondere beim Bau des Koralmtunnels. Finanziert wurde das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 5,9 Milliarden Euro, ergänzt durch EU-Mittel in Höhe von über 600 Millionen Euro, unter anderem aus dem Aufbauinstrument NextGenerationEU.

Die feierliche Eröffnung fand im Beisein hochrangiger politischer Vertreterinnen und Vertreter statt. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 gehen die neuen regulären Verbindungen offiziell in Betrieb.

Messbare Effekte für Mobilität und Wirtschaft
Der größte unmittelbare Effekt ist die drastische Verkürzung der Reisezeiten: Graz und Klagenfurt sind künftig in 41 Minuten verbunden, Wien und Klagenfurt in rund 3 Stunden und 10 Minuten. Damit wird der Bahnverkehr auf diesen Relationen deutlich attraktiver als Straße oder Bus.

Darüber hinaus entsteht durch die neue Verbindung der zweitgrößte urbane Ballungsraum Österreichs mit rund 1,1 Millionen Menschen. Für Wirtschaft und Arbeitsmarkt bedeutet dies eine bessere Erreichbarkeit, erweiterte Pendelräume und eine stärkere Vernetzung der Regionen. Gleichzeitig unterstützt die Verlagerung auf die Schiene die nationalen und europäischen Klimaziele.

Ein Infrastrukturprojekt mit langfristiger Wirkung
Mit der Koralmbahn setzen die ÖBB ein Infrastrukturprojekt um, das technische Leistungsfähigkeit, europäische Integration und nachhaltige Mobilität verbindet. Die Strecke ist nicht nur ein neues Verkehrsmittel, sondern eine strukturelle Grundlage für wirtschaftliche Entwicklung, soziale Vernetzung und klimafreundlichen Verkehr im Süden Österreichs und darüber hinaus.

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